Diastimeter

 

Ein Diastimeter ist ein sehr einfaches Vermessungsgerät, dass es erlaubt Entfernungen mit Hilfe von in ein Teleskopfernrohr eingearbeiteten Distanzmessfäden zu ermitteln. Bereits im Jahre 1810 hatte der Erfinder und Ingenieur Georg von Reichenbach (1771-1826) diese nach ihm benannten Distanzfäden entwickelt, und sie finden sich noch heute in den Teleskopen von Vermessungsinstrumenten.

 

Ursprünglich erfunden sein dürfte das Instrument mit dem Namen Diastimeter wohl von Dr. Elard Romershausen (1784-1857), ev. Pfarrer und Erfinder aus Niederurff im Schwalm-Eder-Kreis.

 

Fig. 1 aus Elard Rommershausen´s Buch von 1818

Dr. Elard Romershausen (1784-1857) stellte 1817 sein Buch „Der Diastimeter. Oder Beschreibung eines neuen Instruments, welches in der Form eines Taschenfernrohrs, alle Entfernungen aus einem einzigen Standpunkte auf eine leichte und sichere Art mißt, indem es die trigonometrische Rechnung sogleich selber ausführt und die Resultate augenblicklich vorlegt. Für alle Arten von Messungen, vorzüglich aber für den militairischen Gebrauch im Felde und bei Aufnahmen nach dem Augenmaaß geeignet.“ vor und veröffentlichte 1818 ein weiteres Buch: „Der Diastimeter fuer das praktische Forstwesen, oder Beschreibung eines neuen in den Koen. Preuß. Staaten patentirten Instrumentes, welches alle im Laufe dieses Geschaeftes vorkommenden Messungen mit Leichtigkeit und Sicherheit ausfuehrt, ohne weitere mathematische Kenntnisse, als die Anfangsgruende der Rechenkunst vorauszusetzen.“.

 

Wenngleich Dr. Elard Rommershausen (1784-1857) in seinem Werken auch andere vermessungs-technische Anwendungsgebiete für sein Diastimeter beschreibt, so wird auch eingehend die Verwendung für militärische Zwecke beschrieben. Das Militärische Diastimeter von Dr. Elard Rommershausen (1784-1857) fertigte der Mechanikus Winckler in Berlin. Der Vertrieb erfolgte über den Erfinder als auch den Mechanikus Winckler.

 

Im militärischen Sinne kann man mit einem Diastimeter sehr leicht die Entfernung zu den gegnerischen Truppen ermitteln, und damit sicherstellen, dass die Artillerie die Kanonen auf die richtige Entfernung einrichtet, um den Gegner möglichst empfindlich zu treffen.

 

Man bedient sich dabei der Kenntnis der Größe der gegnerischen Soldaten, ob nun zu Fuß oder hoch zu Ross, und bringt die Distanzfäden zur Deckung. Außen am Diastimeter kann man dann die Entfernung zu den Truppen des Gegners recht genau ablesen.

 

Fig. 5 & 6 aus Grundzüge der Feldmesskunst, 1860

In dem Buch „Grundzüge der Feldmesskunst. Ein Hülfsmittel beim Vortrage der Geometrie auf höheren Lehranstalten, landwirtschaftlichen und Ackerbau-Schulen“ von Dr. August Weigand, herausgegeben 1860, finden wir eine schöne Beschreibung und Abbildung des Diastimeters von Romershausen. Das Instrument wird hier als der Romershausen´sche Längenmesser beschrieben:

 

Dieses höchst wichtige, merkwürdiger Weiße bei den Feldmessern noch nicht recht in Gebrauch genommene Instrument besteht aus einer Fernrohrhülse mir einem ausziehbaren Maßstabe (Fig. 5). Im Objectivglase (Fig. 6) sind parallel übereinander sechs vorn zugespitzte Nadeln angebracht, der Entfernung von der untersten, der Basis, die Maßeinheiten für eben so viele auf dem Maßstabe angebrachten Eintheilungen sind. Durch die sechs Nadeln wird das Planum des Objectives in fünf verschiedene Diopter, von der Basis aus gerechnet, eingetheilt. Diese werden von oben herab gezählt und sind beim Gebrauche wohl zu unterscheiden, da jedem derselben im Auszuge ein besonderer Maßstab entspricht….

 

 

Der Diastimeter von Jakob Goldschmid (1815-1876) wird in der „Schweizerische Polytechnische Zeitschrift“, Heft 2 von 1861 vorgestellt.

 

Diastimeter für militärischen Gebrauch.

Erfunden und ausgeführt von J. Goldschmid, Mechanikus in Zürich.

Taf. 7. Fig. 8 und 9.

 

     Die besonders auf ihre Tragweite und Sicherheit im Schuss so sehr verbesserten Schiesswaffen bedingen für eine erfolgreiche Anwendung eine genaue, schnelle und sichere Distanzenmessung und es sind zu diesem Behufe verschiedene mehr und weniger dem Zweck entsprechende Instrumente construirt worden. Kaum aber dürfte irgend eines derselben sowohl in Beziehung auf Einfachheit und Genauigkeit, als auch auf leichte und schnelle Handhabung demjenigen des Hrn. Goldschmid gleichkommen. Es lässt sich die betreffende Vorrichtung zum Distanzenmessen an jedem beliebigen Fernrohre (Feldstecher und Theaterperspektive ausgenommen; anbringen. Sie besteht nämlich, wie Fig. 8 und 9 zeigen, aus einer cylindrischen Scheibe a, welche hinter dem Oculare des Fernrohrs eingesetzt wird und um ihre Axe drehbar gemacht ist. Im Innern des Rohres befinden sich zwei parallele Fäden, von denen der eine b fest, der andere b´ verschiebbar gemacht ist. Diese Verschiebung erfolgt durch Drehung der Büchse a in der Weise, dass die Fäden ihre parallele Lage fortwährend beibehalten. Durch Drehen nach der einen Richtung gehen die Fäden auseinander, durch entgegengesetztes Umdrehen nähern sie sich.

     Die Messung der Distanz wird nun dadurch vorgenommen, dass man den festen Faden b auf die Sohle eines Fusssoldaten richtet und den Faden b´ so weit vorschiebt, bis derselbe den oberen Rand der Kopfbedeckung des Mannes streift (Fig. 9). Hiebei ist die Höhe des letztern zu 6 Schweiz. Fuss (á 30 Centimetres) angenommen. Der Index c zeigt nun auf der vordem ebenen Fläche die Distanz von dem Beobachter bis zu dem betreffenden Gegenstande in Schritten zu 2 ½ Fuss an.

     Für die Reiterei, wobei vom Fusse des Pferdes bis an den Rand der Kopfbedeckung des Reiters gemessen, und wofür die mittlere Höhe zu 9 Fuss angenommen ist, besteht eine besondere Skala auf der cylindrischen Fläche der Büchse a.

     Je nach der Grösse und Güte des Fernrohres geht die Theilung von 400 bis 2000 Schritte. Bei der Beobachtung wird der Index c nach oben gehalten.

     Sehr wichtig ist, dass der Beobachter die Fäden in die deutliche Sehweite für sein Auge bringe, indem die geeignete Stellung für den Kurzsichtigen nicht auch für den Fernsichtigen passt. Zu diesem Zwecke richtet man das Fernrohr auf einen etwas dunkeln Gegenstand und verschiebt die Ocularröhre d, bis das Objekt deutlich erscheint. Sind die Fäden für das Auge richtig gestellt, so treten dieselben aus dem* dunkeln Bilde deutlich hervor. Findet dieses nicht statt, so wird das Schräubchen e geöffnet und so lange verschoben, bis die erforderliche Deutlichkeit vorhanden ist, dann aber wieder festgestellt und fürderhin in dieser Lage belassen.

Seit einem Jahre sind diese Diastimeter bei der zürcherischen Artillerie eingeführt und haben sich als sehr zweckmässig und besser, als alle bisher benutzten Instrumente erwiesen.                        Kr.

 

Taf. 7. Fig. 8 und 9. aus „Schweizerische Polytechnische Zeitschrift“, Heft 2 von 1861

 

Der gleiche Text wurde ebenfalls veröffentlicht im „Polytechnischen Journal“ von Dr. Emil Maximilian Dingler, 4. Reihe, 10. Band von 1861. Eine Übersetzung ins Englische des vorstehenden Texts finden wir ebenfalls in der Zeitschrift „Scientific American. A Journal of Practical Information in Art, Science, Mechanics, Agriculture, Chemistry and Manufactures“, Ausgabe Nr. 13 vom 28.09.1861.

 

Ein sehr schön erhaltenes Exemplar eines Diastimeters von Jakob Goldschmid (1815-1876) sehen wir auf den nachstehenden Bildern.

 

Diastimeter von Jakob Goldschmid (1815-1876), nach 1861
Diastimeter von Jakob Goldschmid (1815-1876), nach 1861
Diastimeter von Jakob Goldschmid (1815-1876), nach 1861
Diastimeter von Jakob Goldschmid (1815-1876), nach 1861
Diastimeter von Jakob Goldschmid (1815-1876), nach 1861
Diastimeter von Jakob Goldschmid (1815-1876), nach 1861
Diastimeter von Jakob Goldschmid (1815-1876), nach 1861
Diastimeter von Jakob Goldschmid (1815-1876), nach 1861

 

Zu den Diastimetern ist bekannt, dass auch noch verschiedene andere Erfinder vor und nach Jakob Goldschmid (1815-1876), sich an diesen Instrumenten versucht haben. Einige von ihnen haben sich sogar ihre Erfindungen oder Verbesserungen patentieren lassen.

Nicht zuletzt der zweite Nachfolger in der Züricher Werkstätte, Th. Usteri-Reinacher (1841-1918) hat sich zwei Patente zu neuen Diastimetern eintragen lassen. Siehe hierzu die Erläuterungen in der Biografie von Th. Usteri-Reinacher (1841-1918).

 

In der „Eidgenössischen Zeitung“, Eilfter Jahrgang, Nr. 40 vom 17. Februar 1855 lesen wir in dem Artikel „Züricher Industrie“ einen Bericht über die „2. Kantonale Industrieausstellung in Zürich vom Sommer 1854“. Hier wird erstmals erwähnt, dass Jakob Goldschmid (1815-1876) seinen Diastimeter vorgestellt hat. Ebenso erwähnt wird die von ihm ausgestellte chemische Analyswaage:

Die dießjährige Ausstellung bot mehrere der Hervorhebung sehr werthe Gegenstände: Die eigene Erfindung des Herrn Mechanikus Goldschmid, eines für Militär und Telegraphen höchst willkommenen Distanzenmessers (Diastimeter); eine gelungene Nachahmung fremder Erfindungen in dem Zirkelinstrumente von Herrn Sulzer von Winterthur; die Einführung auswärtiger Industriezweige in den Papeterien von Jb. Ganz; in den Lederetuis von Herrn Briam; in den orthopädischen Apparaten der Herren Bertschinger und Weber; in den Stock- und Schirmgriffen, Agraffen, Busennadeln u. dgl. von Herrn Sieber; in der Maschinenprägung der Buchdruckerei des Herrn Studer; in der Buchdruckerpresse des Herrn Kieser in Horgen; in den Kunstarbeiten und galvanischen Metallüberzügen von Herrn Fries; in dem Dombasl´schen Pflug von Herrn Mantel in Elgg u.s.w.

Im Speziellen werden erwähnt die sehr vervollkommneten Flöten von Herrn Wild; Violine von Herrn Wischer; Piano von Herrn C. Nordorf, von Herren Sprecher u. Comp, und von Herren Hüni u. Hübert; die chemische Analysenwaage von Herrn Goldschmid; die Seidenbänder von Herrn Hulftegger-Götz am Mühlebach; die Hosenzeuge von Herren Rentsch und Hauser in Wädensweil; die Korsets von Frau Weiß geb. Stelzer; die Appretur von Herrn Weber .in Winterthur; die Trampferdegeschirre von Herrn C. Brändli, Sattler, in Enge.

Der gleiche Bericht findet sich in der Sonderbeilage zur „Eidgenössischen Zeitung“, Eilfter Jahrgang, Nr. 52 vom 21. Februar 1855 im „Bericht des Direktors des Innern und der Kommission für das Gewerbswesen über die im August 1854 in Zürich stattgehabte Industrieausstellung an den hohen Regierungsrath.“

 

Der Ansatz für den Diastimeter von Jakob Goldschmid (1815-1876) wohl der einzige für die rein militärische Anwendung, war klar. Die Zielgruppe war klar definiert: die Artillerie.

 

Im „Journal für praktische Chemie“, Jahrgang 1863 findet sich eine seltene Werbeanzeige für das „Neues Diastimeter für militärische Zwecke“ von J. Goldschmid.

 

Anzeige im „Journal für praktische Chemie“, Jahrgang 1863

 

Eine sehr schöne Werbeanzeige mit u.a. dem Diastimeter von Jakob Goldschmid (1815-1876) findet sich in der Zeitschrift „Züricherische Freitagszeitung“, Nr. 33, vom 18. August 1865

 

Anzeige in der Zeitschrift „Züricherische Freitagszeitung“, Nr. 33, vom 18. August 1865

 

Eine ebenfalls sehr schöne Verkaufsanzeige von 1855 zu dem Kreis-Diastimeter von Jakob Goldschmid (1815-1876) sehen wir nachstehend. Diese erschien in den Ausgaben der "St. Gallener-Zeitung", Nr. 152 vom 30.06.1855, Nr. 174 vom 26.07.1855 und Nr. 184 vom 07.08.1855. 

 

Verkaufsanzeige von 1855 zu dem Kreis-Diastimeter von Jakob Goldschmid (1815-1876)
Titelblatt des Prospekts zum Diastimeter von Jakob Goldschmid (1815-1876)

Ebenfalls erhalten ist ein Prospekt zu dem Diastimeter von Jakob Goldschmid von 1861.  Leider ist nicht bekannt, ob dies gleichzeitig auch eine Bedienungsanleitung darstellt, so wie es für technische Gerätschaften früher üblich war. Hier wird das Diastimeter auch als Kreis-Diastimeter bezeichnet.

 

Das englische Militärmagazin “Colburn´s United Service Magazin, and Naval and Military Journal”, Ausgabe 1856. PART II., herausgegeben in London, enthält auf den Seite 249 bis 260 einen interessanten Artikel mit dem Thema „On the Estimation of Distances in the Field.“, den man mit „Über die Schätzung von Entfernungen im Feld.“ übersetzen kann.

 

Erstmalig wird hier unter anderem der Kreis-Diastimeter von Jakob Goldschmid (1815-1876) genauer beschrieben und auch mit sehr aufschlussreichen Skizzen veranschaulicht. Gleichzeitig wird aber auch die Version des Diastimeter mit den Haarfäden besprochen, die später auch in einem Nekrolog auf Jakob Goldschmid (1815-1876) erwähnt wird.

 

Den für den Kreis-Diastimeter von Jakob Goldschmid (1815-1876) relevanten Teil des Artikels sehen wir nachstehend in übersetzter Form:

Der Verfasser dieses Artikels hatte die Gelegenheit, im vergangenen Sommer in der Schweiz ein neues Teleskop in den Händen seines Erfinders, Herrn J. Goldschmid, einem Optiker aus Zürich, zu sehen, der ihm mitteilte, dass die Vorbereitungen für ein Patent oder eine Patentanmeldung in England so gut wie abgeschlossen seien. Er hat dies entweder getan oder die Idee inzwischen aufgegeben; unter diesen Umständen kann es keine Einwände geben, sie zu veröffentlichen. Das Instrument, das er ein "Kreis-Diastimeter" genannt hat, hat gegenüber dem üblichen Mikrometerteleskop (dem ersten beschriebenen) den Vorteil, dass es keine Tabelle gibt, die man konsultieren muss, wie sie bei diesen Instrumenten verwendet wird, um Berechnungen zu speichern: Er ersetzt es durch eine geteilte Scheibe, auf der die verschiedenen Hunderte von Schritten oder Yards eingraviert sind, auf die beim Beobachten ein Index zeigt, so dass die Entfernung durch einfache Inspektion abgelesen werden kann - von 200 bis zu 3.000 Schritten.  Er vermeidet jede Art von Maßstab, um die Höhe des Soldaten zu messen. So beschreibt er seine Idee: -

 

Figur 1

Der Kreis a, a', a'', a'' zeigt, was man beim Blick durch das Fernrohr sieht. Der Punkt b ist ein unbeweglicher Sichtpunkt; c, c', c'', c'', ist eine spiralförmige Linie, die mit einem Diamanten auf einem Stück einfachen Glases nachgezeichnet ist. Wenn dann der Soldat, wie er bei 200 Schritten gesehen wird, zwischen dem Sichtpunkt b und der Kurve bei c eingeschlossen zu sein scheint, was die Höhe b c in einem größeren Abstand (Fig. 2) im umgekehrten Verhältnis ergibt, wird er eine geringere Höhe messen und zwischen d und b eingeschlossen sein und die Höhe d b messen. Der Abstand wird also gemessen, indem man das Objekt zwischen den unbeweglichen Sichtpunkt bei b und die gekrümmte Linie bringt, die umgedreht wird, bis letztere den höchsten Punkt des Objekts d schneidet. Der Index zeigt auf die Anzahl der Schritte (oder Yards) auf dem geteilten Glied, dessen Teilung empirisch durchgeführt werden muss.

Die Konstruktion eines solchen Kreis-Diastimeter sei so ausgeklügelt, dass es auf jedes beliebige Teleskop angewendet werden könne. Er beschreibt es wie folgt: 

Abb. 3. A, A', ist die erste Zeichnung des Teleskops. B, der geteilte Kreis, der die Entfernungen in Schritten von 2 1/2 Fuß (oder in Yards) angibt. C, der Index. D, die Einstellung der ersten Brille, die ein- oder ausgefahren werden kann, um den richtigen Fokus zu erhalten. E, die Fixierschraube für die Einstellung D. F, das Planglas und die gebogene Linie. G, Blende, mit dem Sichtpunkt b. H, zweite Linse. I, beweglicher Tubus, an dem der Index und die spiralförmige oder gekrümmte Linie, &c, befestigt sind, mit dem glatten Glas am Ende F. K, einer kleinen Schraube, die den Tubus I festhält und durch die dieser daran gehindert wird, aus dem Schieberohr herausgezogen zu werden. L, Bajonettverschluss, durch den das Kreis-Diastimeter daran gehindert wird, aus dem Zugrohr des Teleskops herauszufallen.

Figur 2

Abb. 4 zeigt eine Vorderansicht der geteilten Scheibe sowie des Index; der feste Visierpunkt und die gekrümmte Linie enthalten gerade die Höhe eines Infanteriesoldaten, gesehen durch das Fernrohr in 200 Schritten. Die Teilung der Scheibe wurde empirisch vorgenommen, indem alle 100 Schritte entlang der Eisenbahnlinie zwischen Baden und Zürich bis zu 4.000 Schritte Stangen für die Kavallerie- und Infanteriewaage aufgestellt wurden, wobei die Stangen 6 bzw. 9 Schweizer Fuß (5,9 bzw. 8,8 britische Fuß) lang waren.

Es gibt noch eine andere Art von Teleskop, bei dem die Haare quer über das Sichtfeld, im rechten Winkel zueinander und in ungleichem Abstand voneinander gespannt sind. Die Figur eines Soldaten wird zwischen die beiden Haarpaare eingepasst, die der Entfernung entsprechen, in der sich das Objekt befindet, was auf der Außenseite des Instruments abgelesen werden kann.

Die oben genannten Instrumente unterliegen alle den gleichen Einwänden - nämlich, dass sie sehr stabil gehalten werden müssen, um zuverlässige Ergebnisse zu erzielen; folglich sind sie zu Pferd nutzlos; dass der Unterschied zwischen der Wahl eines Mannes von fünf Fuß fünf Zoll oder sechs Fuß als Beobachtungsobjekt einen sehr großen Fehler im Ergebnis darstellt, ebenso wie die Art des Kopfschutzes, den der Soldat trägt und der zwischen den winzigen Képi und dem riesigen Bärenfell variiert. Das Kreis-Diastimeter-Teleskop ist offen für die weiteren Einwände, dass die Tatsache, dass ein Stück einfaches Glas (auf dem die Krümmung nachgezeichnet wird) in den Tubus eingeführt wird, verhindert, dass ein gewisser Teil des Lichts das Auge erreicht; und dass sich der beobachtete Gegenstand am Rand des Objektivs befindet, wo das Bild natürlich nicht so klar ist wie in seiner Mitte. Diese Einwände sind jedoch von geringer praktischer Bedeutung, soweit der Verfasser beurteilen kann, ob er das Instrument drei- oder viermal benutzt hat.

Figur 3
Figur 4

 

Ein Freund des Schriftstellers war so freundlich, die Gleichung zu untersuchen, um die Kurve wie folgt zu sekundieren: - Die Entfernungen werden entlang des Umfangs A B M gemessen, und die Linien B b, M m, . . . werden proportional zur scheinbaren Größe des Objekts genommen. Sei A der Punkt auf dem Umfang, von dem aus die Entfernungen gemessen werden; B ein beliebiger Punkt, bis zur Höhe des Objekts im Instrument, B b; M ein beliebiger anderer Punkt; M m die Höhe des Objekts. Sei der Radiusvektor O m der Kurve = r, < A O B = a, < A O M = 0. Radius des Kreises O A A = a, und gegebene Höhe B b = b. Dann, bei der Frage

 

 

 

was die Polargleichung zur Kurve ist.

 

Diese Kurve hat fast die gleiche Gleichung wie die hyperbolische Spirale; und es wird leicht zu erkennen sein, dass der Kreis eine Asymptote zur Kurve ist, oder die Kurve nähert sich dem Kreis immer weiter an, wird ihn aber nie erreichen. Da es seltsam sein mag, die Kurve über die Grenzen des Instruments hinaus zu verfolgen, pour finer les idées, wie die Franzosen sagen, A B = 60 degr. und B b = 1/2 B O. Dann wird M m = 1/2 B b ; C c = 1/3 B b b; D d = 1/4 B b b; und A a = 1/6 B b. Nehmen Sie A E = 30 degr. dann ist E e = der Radius E O ; die Kurve verläuft dann durch den Mittelpunkt O; und in einem Winkel von 15 Grad von A oder C aus schneidet sie den Kreis, und A O H ist offensichtlich eine Asymptote der Kurve. Dieser Fall trifft nur zu, wenn die Abstände, die oben durch eine Anzahl von Bogengraden dargestellt sind, in den Proportionen 1, 2, 3, & c liegen. Im Instrument selbst wird man beobachten, dass dies nicht der Fall ist, da die Abstufung empirisch vorgenommen wird.

 

 

 

Kopien des Diastimeter von Jakob Goldschmid (1815-1876)

 

Interessant ist, dass es offensichtlich auch Kopien, oder zumindest Lizenzanfertigungen des Diastimeters von Jakob Goldschmid (1815-1876) gegeben haben muss.

 

Das im „Bulletin of the Scientific Instrument Society“, Nr. 35 vom Dezember 1992, dargestellte und beschriebene Diastimeter ist signiert mit „Dauzat à Saintes“ und wurde von dem Pariser Instrumentenbauer Pierre Gabriel und Denis Albery Bardou gefertigt. In deren Auftrag haben sich wohl die Brüder Charles Alfred und Fredrick Henry Eilliott, die Inhaber der bekannten Londoner Werkstätte Elliott Bros., London, dieses Diastimeter 1868 in England unter der Patentnummer 889, allerdings nur als „improvements in telescopes“, patentieren lassen. So liegt es nahe, dass es sich um eine Kopie des Diastimeters nach Jakob Goldschmid (1815-1876) handelte, dass allerdings die in England gebräuchlichen Maßeinheiten berücksichtigte.

 

Einige schöne Bilder eines Diastimeters der Elliott Bros., London von 1869 sehen wir hier nachstehend.

 

Abbildung des Diastimeters „Dauzat à Saintes“ im „Bulletin of the Scientific Instrument Society“, Nr. 35 von 1992

 

 

Einige schöne Bilder eines Diastimeters der Elliott Bros., London von 1869 sehen wir hier nachstehend.

 

Diastimeters von Elliott Bros., London, 1869
Diastimeters von Elliott Bros., London, 1869
Diastimeters von Elliott Bros., London, 1869
Diastimeters von Elliott Bros., London, 1869
Diastimeters von Elliott Bros., London, 1869

 

Das vorstehend gezeigte Diastimeter von Elliott Bros. in London wurde in der Zeitschrift "American Artisan", Nr. 11 vom 11.03.1869 auf Seite 164 mit nachstehender, übersetzter Veröffentlichung vorgestellt: 

 

BARDOU'S DISTANZMESSENDES TELESKOP.

 

Die beiliegenden Abbildungen zeigen ein entfernungsmessendes Teleskop, das kürzlich von P. G. und D. A. Bardou aus Paris erfunden und in England von den Herren Elliott patentiert und hergestellt wurde. Es ist vor allem für militärische Zwecke bestimmt:

Fig. 1 ist eine Teil-Außenansicht und Fig. 2 ein Längsschnitt des Teleskops; Fig. 3 ist eine Ansicht der Rückseite und Fig. 4 eine Ansicht der Vorderseite des Rohres oder des Teils, in dem das Okular angebracht ist; Fig. 5 ist eine Ansicht der Rückseite des Mechanismus zum Bewegen der Drähte.

Das Gerät ist auf dem Prinzip der Entfernungsabschätzung durch Messung der scheinbaren Höhe von Objekten bekannter Abmessungen bei Betrachtung durch das Gerät aufgebaut.

In Bezug auf die obigen Abbildungen ist a die Röhre oder das Stück, in dem das Okular angebracht ist. Dieses Rohr hat in der Nähe seines vorderen Endes einen breiten Flansch, b, der mit einer Skala markiert ist, wie gezeigt, berechnet bei 5 Fuß 11 Zoll für die Infanterie; e ist ein kreisförmiger Rahmen, der am vorderen Ende des Rohres, a, angebracht ist und hinten ein Rohr, d, trägt, das in das Rohr, e, des Teleskops einführt und daran durch Stifte oder Schrauben befestigt ist. Über dem kreisförmigen Rahmen c ist ein Ring f angebracht, der durch Stifte oder Schrauben am Flansch b des Ringes a befestigt ist. Dieser Ring f ist an seinem Umfang mit einer Skala markiert, wie dargestellt, die für die Kavallerie auf 8 Fuß 10 Zoll berechnet ist. Die Stirnseite des Flansches, b, des Rohres, a, ist mit Zähnen, g, Abb. 4, versehen, die in Ritzel, h, h, Abb. 5, an den Enden von Gewindestiften, i, i, die in Innengewinde in Schiebern, k, k, übergehen, eingreifen. Diese Schieber sind in einem Schlitz oder einer Führung, l, im kreisförmigen Rahmen, c, frei auf- und abwärts beweglich. Sie tragen Drähte oder Haare, m, m, und werden durch Federn, n, n, parallel und stabil gehalten. Ein Stab, o, der einen Index bildet, ist am Rohr, e, befestigt; und p ist eine Reibungsplatte oder ein Reibungsring zwischen dem kreisförmigen Rahmen, c, und dem Ring, f.

Wenn das Okular, a, und der Ring, f, in der einen oder anderen Richtung gedreht werden, bewirken die Zähne, g, die Drehung der Ritzel, h, und der Stifte, i, wodurch die Schieber, k, mit den Drähten, m, m, je nach Fall zueinander oder voneinander bewegt werden.

Um das Fernrohr zur Bestimmung des Abstandes eines Gegenstandes zu verwenden, werden die beiden Drähte durch Drehen des Ringes f von links nach rechts in Kontakt gebracht; der Rand des festen Index o sollte dann auf Null stehen; das Fernrohr wird auf die zu beobachtende Person oder den Gegenstand fokussiert, bis er deutlich zu sehen ist; dann wird der Ring f so lange gedreht, bis der Gegenstand genau zwischen den beiden Drähten gesehen oder aufgenommen wird.

Die Entfernung des Objekts wird dann anhand einer der Skalen, der Skala auf dem Flansch oder dem Gesicht, b, die die Entfernung in Yards anzeigt, wenn es sich bei dem Objekt um Infanterie oder ein anderes Objekt ähnlicher Höhe handelt, und der Peripherie des Rings, f, die die Entfernung in Yards anzeigt, wenn es sich bei dem Objekt um Kavallerie oder ein anderes Objekt ähnlicher Höhe handelt, ermittelt.